Wissenswertes rund ums Herz

Verschluss des PFOs (Permeables Foramen ovale), einfach und sicher am Inselspital in Bern


Die Universitätsklinik für Kardiologie am Inselspital in Bern ist eines der erfahrensten Zentren für minimalinvasive Eingriffe am Herzen  und speziell für den einfachen nichtchirurgischen PFO Verschluss. Wir bieten diesen ambulanten Eingriff durch unsere kompetenten Ärzte an allen Arbeitstagen an und mit einer Anmeldefrist von lediglich paar Tagen. Der Eingriff wird in der Regel von der Krankenkasse übernommen

Wer benötigt einen PFO Verschluss?
Wir besitzen zwei Herzhälften. Die rechte Herzhälfte pumpt das Blut durch den Lungenkreislauf und die linke durch den übrigen Körper. Die Lungen haben vor der Geburt keine Funktion und sind nicht entfaltet . Eine klappenartige Öffnung in der Trennwand zwischen den beiden Vorhöfen ermöglicht dem Blut die Umgehung der Lunge bis zur Geburt. Der Fachausdruck für diese Öffnung heisst Foramen ovale. Nach der Geburt verschliesst sich das Foramen ovale bei den meisten Menschen. Bei etwa jedem 4. Menschen bleibt der Durchgang hingegen bestehen. Man nennt dies permeables Foramen ovale oder PFO. Bei etwa jedem 30. Menschen ist das PFO so ausgeprägt, dass es sich praktisch bei jedem Herzschlag öffnet. Dies spielt zwar für den Kreislauf in den meisten Fällen keine Rolle, da die Menge des Bluts klein ist, das durch diese Öffnung tritt und dadurch nicht in der Lunge aufgefrischt werden kann. Hingegen birgt ein PFO das Risiko der sogenannten paradoxen Embolie. 

Gesundheitliche Risiken des PFOs
Ab dem mittleren Erwachsenenalter und selten auch schon früher können sich kleine venöse Blutgerinnsel in den Beinen und im unteren Körperbereich bilden Lösen sich diese kleinen, lediglich millimetergrossen Gerinnsel so fliessen sie mit dem Blut durch den rechten Herzvorhof. In der Regel gelangen sie von dort in die Lunge. Die Lunge filtert diese Gerinnsel heraus und verflüssigt sie in einem natürlichen Vorgang, ohne dass dies verspürt wird. Nur grosse Gerinnsel (mindestens 1 cm) können Probleme bereiten, die man als Lungenembolie kennt.

Schlüpft hingegen ein kleines Blutgerinnsel durch das PFO (man nennt dies paradoxe Embolie) kann es in Gebiete gelangen, in denen auch schon ein kleines verstopftes Gefäss schwerwiegende Probleme verursachen kann. Dies sind vor allem das Gehirn, das Auge und die Herzkranzgefässe. So kann ein kleines Gerinnselchen, das gar nicht verspürt würde, nähme es den normalen Weg in die Lunge, einen Hirnschlag oder einen Herzinfarkt verursachen und im schlimmsten Fall sogar tödlich sein.

Entsprechend sucht man nach einem PFO, wenn jemand ein solches Ereignis erlitten hat. Während das PFO beim alten und kranken Menschen nur eine von vielen möglichen Ursachen für einen Hirnschlag oder einen Herzinfarkt darstellt, ist es beim jüngeren und sonst gesunden Menschen der wahrscheinlichste Grund dafür. Eine Neigung zu Thrombosen oder Umstände die Thrombosen fördern wie Langstreckenflüge oder lange Fahrten rücken bei einem sonst nicht erklärtem Hirnschlag oder Herzinfarkt das PFO in den Vordergrund.

Ausserdem kann ein PFO Verschluss angezeigt sein bei Migräne-Kopfschmerzen, vor allem wenn sie mit sogenannter Aura (neurologischen Symptomen) einhergehen, sowie bei professionellen Tauchern oder ambitionierten Hobbytauchern und Hochalpinisten. Auch bei gewissen Berufen und Hobbys, die mit längerer kauernder Stellung (z.B. Plattenleger) bzw. häufigem Pressen (z.B. Trompeter) verbunden sind, ist ein PFO ein Risikofaktor.

Wie klärt man ab, ob ein PFO vorhanden ist?
Die typische Methode, das PFO zu suchen ist die Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens). Man setzt die Ultraschallsonde entweder auf die Brust auf oder führt sie idealerweise durch die Speiseröhre von hinten ans Herz heran (Schluckecho) um die Vorhofscheidewand zu untersuchen. Gleichzeitig spritzt man ein Kontrastmittel in eine Vene, um zu prüfen, ob Blut durch die Vorhofscheidewand durchtritt. Man muss dabei während 10 bis 20 Sekunden in den Bauch pressen, da sich das PFO typischerweise öffnet, wenn man nach einem solchen Pressversuch wieder normal zu atmen beginnt.

Wie verläuft der PFO Verschluss?
Der Eingriff dauert in der Regel etwa eine halbe Stunde und ist mit keinen nennenswerten Schmerzen verbunden. Man ist dabei wach und liegt auf einem Durchleuchtungstisch. Da Röntgenstrahlen verwendet werden führt man diesen Eingriff nicht bei schwangeren Frauen durch. Die Leiste wird desinfiziert und eventuell vorher rasiert. Durch eine Spritze mit feiner Nadel wird die Haut der Leiste lokal betäubt. Danach wird mit einer etwas grösseren Nadel die Leistenvene gesucht. Durch die Leistenvene wird dann zunächst ein flexibler Draht durch das PFO gelegt. Über diesen Draht wird dann ein Plastikkatheter von etwa 3mm Durchmesser vorgeschoben. Man spürt von all dem nichts, wie man auch das durch den Körper fliessende Blut oder die Herzklappenbewegungen nicht spürt. Durch diesen Plastikkatheter wird ein komprimierter, sich dann selbst entfaltender etwa 2-3cm messender Doppelteller eingeführt. Zuerst wird auf der entfernten Seite des PFOs der erste Teller entfaltet und an die Wand herangezogen. Dann wird der durch einen dünnen und flexiblen Hals mit diesem Teller verbundene zweite Teller auf der nahen Seite der Vorhofwand geöffnet. So wird die PFO Klappe wie mit einem Druckknopf verschlossen. Der Doppelteller, auch PFO Schirmchen genannt, wird dann freigesetzt und alles übrige Material wird aus dem Körper entfernt. Man drückt ein Weilchen auf die Leiste, wo man die Vene angestochen hat, wie man nach dem Blutspenden auf den Arm drückt. In der Regel bleibt man 1-2 Stunden liegen. Man kann allerdings auch gleich aufstehen, in dem Fall muss man relativ kräftig mehrere Minuten auf die Leiste drücken, damit es dort nicht blutet. Bevor man die Klinik verlässt, wird in der Regel mit dem Ultraschall von der Brustwand her die korrekte Lage des Verschluss-Schirmchens überprüft. Man muss sich nach dem Eingriff keine körperlichen Einschränkungen auferlegen und kann sofort wieder normal leben und auch Sport treiben.

Wie gross ist das Risiko des Eingriffs?
Der Eingriff hat kein nennenswertes Risiko. Bei höchstens 1 von etwa 1000 Patienten kann es durch eine Verletzung der Vorhofwand durch den Rand des Schirmchens sofort oder im Verlauf zu einer Blutung in den Herzbeutel kommen. Dies kommt praktisch nur in den ersten Wochen oder Monaten nach dem Eingriff vor. Sollten also nach dem Eingriff starke Brustschmerzen und Unwohlsein auftreten,  begibt man sich sofort in ärztliche Obhut. Ein Gefühl von Herzstolpern ist hingegen recht häufig. Man merkt es vor allem wenn man durch nichts abgelenkt ist, z.B. vor dem Einschlafen. Es ist harmlos und verschwindet, spätestens nach einigen Wochen, ausser bei Menschen, die ohnehin häufig solches Herzstolpern verspüren.

Medikamente und weitere Untersuchungen nach dem PFO Verschluss
In der Regel wird für einige Monate Aspirin in der Dosis von 100mg verschrieben. Die einzige Nachuntersuchung besteht in einer Herzultraschall- Untersuchung,  nach 4-6 Monaten wie man sie durchgeführt hat, um das PFO zu finden. Zeigt sie das alles in Ordnung ist, sind keine weiteren Untersuchungen notwendig. Bei etwa 1 von 30 Patienten zeigt die Untersuchung, dass immer noch ein relevanter Durchgang (Rest-PFO) besteht und man empfiehlt allenfalls die Wiederholung des Eingriffs mit einem zweiten Schirmchen.

Sind nach einem PFO Verschluss irgendwelche Vorsichtsmassnahmen notwendig?
Nach einem PFO Verschluss durch ein Schirmchen kann man ein völlig normales Leben führen ohne jede Einschränkung. Bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen muss das Schirmchen nicht angegeben werden, da es zu wenig Metall enthält, um die Metalldetektoren zu aktivieren. Auch medizinische Magnetresonanzuntersuchungen können ohne Einschränkung durchgeführt werden. Es ist nicht notwendig bei Zahneingriffen oder ähnlichem Vorbeugungs-Antibiotika einzunehmen, ausser in den ersten 2 Monaten nach dem Eingriff. Bei Schwangerschaften sind keine besonderen Vorkehrungen nötig.

Welches Risiko hat man, wenn man das PFO nicht verschliesst?
Es ist schwierig abzuschätzen, wie gross das Risiko des PFOs über die gesamte Lebenszeit ist. Hat man bereits ein Ereignis gehabt, das wahrscheinlich auf das PFO zurückzuführen ist, wird das Risiko, ein erneutes Ereignis zu erleiden zwar, nur auf etwa 0,4% im ersten Jahr und 5% in den ersten 20 Jahren geschätzt. Es ist aber etwa 50% wenn man noch 50 Jahre lebt. Dieses Risiko kann zwar auch durch eine dauernde volle Blutverdünnung verringert werden. Eine volle Blutverdünnung bringt aber die Gefahr von etwa 2% pro Jahr einer schweren Blutung mit sich. 

 
Die Abbildung zeigt den Eingriff schematisch: