Telemedizinische Nachsorge von Implantaten in der Rhythmologie

In der Rhythmologie werden zur Diagnostik und zur Behandlung von Rhythmusstörungen verschiedene Geräte implantiert, wie Herzschrittmacher, implantierbare Defibrillatoren (sogenannte ICDs) und implantierbare Ereignisrekorder.

Diese implantierten Geräte benötigen eine regelmässige Kontrolle, um deren einwandfreie Funktionsweise zu gewährleisten und auch um deren diagnostische Möglichkeiten auszunutzen.

Diese Kontrollen können entweder bei uns am Inselspital durch eine direkte Abfrage der Geräte erfolgen, oder aber mittels Telemedizin.

Um eine telemedizinische Kontrolle zu ermöglichen, erhalten die Patientinnen und Patienten ein zusätzliches Gerät, den sogenannten Patientenmonitor. Dieser wird neben dem Bett platziert und an die Stromversorgung angeschlossen. Jeweils nachts werden die Daten des Implantates durch den Patientenmonitor ausgelesen und via Mobilfunknetz auf einen gesicherten Server der Herstellerfirma hochgeladen. Die Daten können anschliessend via Internetzugang von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten eingesehen werden. Damit kann je nach Bedarf jederzeit eine telemedizinische Kontrolle des Implantats erfolgen, ohne dass die Patientin / der Patient das Inselspital aufsuchen muss.

Funktionsweise der telemedizinischen Nachsorge illustriert

Ein weiterer Vorteil der telemedizinischen Nachsorge besteht darin, dass bei relevanten Befunden wie z.B. einer Rhythmusstörung oder einer Gerätefehlfunktion eine automatische Alarmmeldung erfolgt. Dadurch kann viel schneller auf Ereignisse reagiert werden.

Die telemedizinisch übertragenen Daten werden jeweils an den regulären Arbeitstagen von unserer Telemedizineinheit beurteilt. Liegen relevante Befunde vor, so werden die Patientinnen und Patienten und die betreuenden Ärztinnen und Ärzte direkt kontaktiert. Vom Zeitpunkt eines Ereignisses bis zur Beurteilung durch unsere Telemedizineinheit können einige Tage vergehen (z.B. am Wochenende). Die telemedizinische Nachsorge eignet sich deshalb nicht als Notfallsystem.

Arbeitsplatz der Telemedizineinheit der Rhythmologie

Die Patientinnen und Patienten werden ebenso durch unsere Telemedizineinheit kontaktiert, wenn eine Datenübertragung während 2 Wochen oder länger ausbleibt. Deshalb ist es wichtig, dass die Patientinnen und Patienten mit telemedizinischer Nachsorge uns informieren, wenn sie für länger als 2 Wochen nicht neben dem Patientenmonitor schlafen können. Der Patientenmonitor funktioniert weltweit und automatisch, ohne weiteres Zutun der Patientin und des Patienten.

Die telemedizinische Nachsorge von Implantaten in der Rhythmologie wird von den Krankenkassen in der Schweiz vergütet.

Die Mitarbeiterinnen der Telemedizineinheit der Rhythmologie
Von links nach rechts: Gertrud Roux, Sarah Hirsiger und Veronika Schindler